[Vor zehn Jahren: Das zweite Posting] Das Fragamt des Johann Paul Student, Prag 1724
Die Unterthänig-gehorsambste Introduction ist an die Hoch und Wohlgebohrne[n] adressiert; verfasst hat sie im August 1724 Herr Johann Paul Student, seines Zeichens Bürger der Prager Altstadt. Ein Kay[ser]l[iches]: Frag undt Kundtschafts Ambt möchte er errichtet wissen, Direktor davon möchte er werden. Wozu soll es dienen? Nicht länger sollen die hohen und niederen Stände, wenn sie Geld leihen wollen oder Immobilien und andere Güter zu kaufen und verkaufen suchen, auf die zubringers Männer und Weiber, Christen und Juden angewiesen sein, die in den Prager Wein- und Bierschänken hocken. Statt dessen soll ein jeder, der ein solches Anliegen habe, das Fragamt aufsuchen, und seinen Wunsch zusammen mit seinem Namen in ein dort aufliegendes Protokoll eintragen lassen, gegen 17 Kreuzer Einschreibegebühr. In Wien existiere schon lange ein solches heilsames Amt, auch könnten zweimal in der Woche gedruckte Zetteln mit den Protokolleinträgen - jedoch ohne den Namen - herausgegeben werden. Auch all jene, die Dienstboten aufzunehmen gewillt seien, könnten sich an das Fragamt wenden.
- Wie vergleichbare Institutionen dieser Art soll also das Fragamt des Johann Paul Student als Kreditvergabestelle, Verkaufsagentur und Arbeitsvermittlung dienen. Eingerichtet wird es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.
Národní Archiv, Prag, Staré české místodržitelstvi, 1724 VIII b: Ansuchen Johann Paul Student an Gubernium, ps. 14.8.1724
[Original: https://adresscomptoir.twoday.net/stories/792204/]
- Wie vergleichbare Institutionen dieser Art soll also das Fragamt des Johann Paul Student als Kreditvergabestelle, Verkaufsagentur und Arbeitsvermittlung dienen. Eingerichtet wird es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.
Národní Archiv, Prag, Staré české místodržitelstvi, 1724 VIII b: Ansuchen Johann Paul Student an Gubernium, ps. 14.8.1724
[Original: https://adresscomptoir.twoday.net/stories/792204/]
adresscomptoir -
Adressbueros - Mi, 24. Jun. 2015, 08:28










In den letzten Jahren hat Unrast einige feine Sachcomics verlegt, eine Kleine Geschichte der Krisenrevolten etwa, eine Kleine Geschichte des Zapatismus sowie eine Kleine Geschichte der Genossenschaften. Die jüngste Neuerscheinung beschäftigt sich mit dem Feminismus und ist höchst empfehlenswert:
Mein beim Jonas Verlag erschienenes Hausnummern-Buch ist mittlerweile vergriffen, erfreulicherweise wird aber ab Herbst eine englische Übersetzung einer erweiterten und aktualisierten Fassung davon einem internationalen Publikum zugänglich sein. Sie erscheint bei Reaktion Books, und nein, das ist nicht etwa der Hausverlag von C. Schmitt, de Maistre, Bonald, Edmund Burke und KonsortInnen, sondern ein kulturwissenschaftlicher Verlag, der so schöne Bücher wie Dumplings. A Global History oder Hot Dog. A Global History im Angebot hat. Auch schön, dass ein anderer Burke, nämlich Peter Burke ein endorsement für das Buch verfasst hat. In den USA wird das Buch von der University of Chicago Press vertrieben.